Zehn Jahre Meldorfer Tafel

„Tag der offenen Tür“ und Suppe „nicht aus der Tüte“

Meldorf – Mit einem „Tag der offenen Tür“ hat die Tafel in Meldorf ihr zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Spender und Helfer, aber auch Kunden und Mitarbeiter fanden sich in der Grabenstraße ein, um sich zu informieren und über die Situation der Tafeln zu diskutieren. Dazu gab es eine schmackhafte Suppe, die von den Teilnehmern an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung gekocht wurde, und zwar „nicht aus der Tüte“, wie betont wurde. „Das Jubiläum macht deutlich, dass die Tafel in Meldorf zu einer wichtigen Institution geworden ist. Sie ist bei der Versorgung von Menschen mit geringem Einkommen kaum noch wegzudenken“, erklärte Alexander Rose, Projektleiter der hoelp, die die Tafel betreibt.

Tatsächlich bringt die Tafel zusammen, was zusammen gehört: Überschüssige Lebensmittel, die überwiegend von Supermärkten und Lebensmittelherstellern, aber auch von Privatpersonen gespendet werden, gehen an Menschen, die sich oft einmal nicht genug Nahrung kaufen können. Sortiert und ausgegeben werden die Nahrungsmittel überwiegend von ehrenamtlichen Helfern, Mitarbeitern des Bundesfreiwilligendienstes und den Maßnahme-Teilnehmern, die so wieder ins Berufsleben integriert werden sollen. Zu den Kunden zählen vor allem Menschen, die durch Arbeitslosigkeit, die familiäre Situation oder durch Überschuldung in eine soziale Notlage geraten sind. In jüngster Zeit sind es zunehmend Flüchtlinge aus den Krisenregionen der Welt, die hier Hilfe suchen.

Als die Tafel im November 2005 gegründet wurde, ging in Meldorf ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Der Bedarf war groß und wächst bis heute weiter an. Mittlerweile sind es 130 Kunden, die ein- oder mehrmals die Woche in die Grabenstraße kommen, um sich eine Tüte voll Nahrungsmitteln abzuholen. Doch die Tafel macht mehr, als nur Lebensmittel auszugeben. Jahr für Jahr finden in den Räumen Aktionen statt, von denen vor allem die Kinder bedürftiger Familien profitieren. Ob Nikolaus- oder Osterfeier, Grabenstraßenfest oder Ausflüge – regelmäßig haben die Kinder und Jugendlichen ihren Spaß in und durch die Tafel. „Für solche Aktionen gibt es leider keinen Etat. Wir sind in diesem Fall besonders auf Geldspenden angewiesen“, erläutert Alexander Rose. Er hofft daher, dass die hoelp in Zukunft Aktionen für die Familien anbieten kann, die sich so etwas sonst nie leisten könnten.

Kunden der Tafel
Als bedürftig gelten zunächst alle Menschen, die nur über wenig Geld im Monat verfügen können, entweder, weil sie nur eine kleine Rente haben, vom Arbeitslosengeld leben müssen oder Sozialhilfe beziehen. Grundsätzlich gilt jedoch: Die Tafel hilft allen Menschen, die Hilfe brauchen. Allerdings werden zuvor Berechtigungsscheine ausgegeben, mit denen sich die Kunden ihre Lebensmittel abholen können.

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Freuen sich über das zehnjährige Jubiläum: Mitarbeiter der Tafel Meldorf und der hoelp gGmbh. Ganz rechts: Alexander Rose, Projektleiter der hoelp. (Foto: hoelp/Kienitz)