Zehn Jahre Meldorfer Tafel

Regelmäßig Lebensmittel für knapp 500 Menschen / Fünf Tonnen müssen wöchentlich transportiert werden / Ehrenurkunde vom Bundesverband

Tafel Meldorf 2017Roxana Stahnke (li.) und Tanja Kampa gehören zum hoelp-Team, das in der Meldorfer Tafel die Lebensmittel ausgibt. (Foto: hoelp)

Meldorf – Seit zehn Jahren versorgt die Tafel in Meldorf bedürftige Menschen mit frischen Lebensmitteln. In der Einrichtung der hoelp gGmbH sorgen ehrenamtliche Mitarbeiter und hauptamtlich Angestellte für die reibungslose Versorgung von durchschnittlich knapp 500 Personen. Die Fahrer des Kühlfahrzeugs legen täglich mehr als 110 Kilometer zurück, um wöchentlich nahezu fünf Tonnen Lebensmittel bei den Spendern abzuholen. „Ohne die bereitwilligen Spenden von Supermärkten und Lebensmittelerzeugern wäre es nicht möglich, so viele Menschen regelmäßig mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Auch Geldspenden tragen dazu bei, damit zum Beispiel unsere Fahrzeuge am Laufen gehalten werden können“, erläutert Alexander Rose, Projektleiter der hoelp.

Der Bundesverband Deutsche Tafel ehrte die Tafel in Meldorf mit einer Urkunde. „Eine Tafel aufzubauen und über so lange Zeit am Leben zu halten und mit Leben zu füllen: dazu braucht es eine gute Organisation, ein noch besseres Miteinander und viele unterschiedliche Talente. Ich gratuliere Ihnen zu dieser täglichen Meister-Leistung“, schrieb der Bundesvorsitzende Jochen Brühl im Begleitschreiben.

Der Aufwand zum Erhalt der Einrichtung ist im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen. Die Kühlkette muss eingehalten werden und auch die Logistik, also der Transport der Lebensmittel zur Tafel, erfordert mittlerweile ein hohes Maß an Professionalität, der allein von ehrenamtlichen Kräften kaum noch zu leisten ist. „Im Verbund der hoelp-Tafeln Meldorf und Brunsbüttel mit der Ausgabestelle Marne können wir die Produkte jetzt flexibel verteilen. So haben wir die ganze Woche über ein ausreichendes Angebot an Grundnahrungsmittel und gelegentlich auch einige Besonderheiten“, berichtet Tafelkoordinator Horst Günther Scheer.

Im Gegensatz zu vielen anderen Tafeln in Deutschland werden bei der hoelp auch Teilnehmer an Arbeitsgelegenheitsmaßnahmen eingesetzt. Damit wird neben der Versorgung der bedürftigen Bevölkerungsschichten ein zweiter sozialer Ansatz verfolgt: Die Teilnehmer erwerben bei sinnvoller Arbeit Kenntnisse und Fähigkeiten, die ihnen die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt ermöglichen sollen. Diese Arbeitsgelegenheiten stellen somit eine gute Ergänzung zu den entsprechenden Angeboten der hoelp-Sozialkaufhäuser in Heide, St. Michaelisdonn und Brunsbüttel dar.