Kleidung und Möbel für Polen

Sozialkaufhaus St. Michaelisdonn gibt Ware an Organisation in Ciechonów ab

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Packen beim Befüllen des polnischen Transporters mit an (v. li.): Przemek Bartczak, Elke Boekhoff-Günther, Betriebsleiterin des Sozialkaufhauses St. Michaelisdonn, Marcel Lüders, Malgorzata Bartczak, hoelp-Projektleiter Alexander Rose und Pawel Pajda. (Foto: Kienitz/hoelp)

St. Michaelisdonn – Auch in einem Sozialkaufhaus gibt es „Ladenhüter“ und in selten Fällen auch einmal überschüssige Ware. Das braucht in St. Michaelisdonn nicht unbedingt entsorgt zu werden, denn zwei- bis dreimal jährlich kommt Besuch aus dem polnischen Ciechonów (Zichenau). Die Kleinmöbel und Textilien werden dann in einen kleinen LKW geladen und in die etwa 1000 Kilometer entfernte Kleinstadt nördlich von Warschau transportiert.
„Wir unterstützen damit bedürftige Menschen bei uns und helfen auch den sieben Obdachlosenheimen in der Region“, erläutert Przemek Bartczak von der Zichenauer Vereinigung „Filantrop“, die ebenfalls ein Sozialkaufhaus betreibt. Im Gegensatz zu St. Michaelisdonn kann dort jedoch jedermann einkaufen. Mit dem erzielten Gewinn werden wiederum Einzelpersonen unterstützt, die in Armut leben. „Filantrop“ ist eng verzahnt mit einem von der EU geförderten Tafel-Projekt, das die bedürftigen Menschen der 45.000-Einwohner-Stadt mit Lebensmitteln versorgt.
Doch nicht alles aus Deutschland wird benötigt. Da die Wohnraumsituation oft sehr beengt ist, sind vor allem kleine Möbel oder auch Ausziehcouches besonders gefragt. Auch Kleidungsstücke werden gern angenommen. „Wir sind zwar in erster Linie für unsere Kunden in Dithmarschen zuständig, schauen aber auch gern über den Tellerrand der Region hinaus und helfen, wenn wir können“, berichtet hoelp-Projektleiter Alexander Rose. Die länderübergreifende Hilfe war aufgrund der persönlichen Freundschaft des an der Westküste lebenden Pawel Pajda mit dem Ehepaar Bartczak zustandegekommen. Pajda stellte den Kontakt her und hilft bei den seltenen Besuchen aus seiner Heimat als Dolmetscher aus.
Obwohl sich die wirtschaftliche Situation der polnischen Bevölkerung in den vergangenen Jahren deutlich gebessert hat, gibt es immer noch zahlreiche bedürftige Menschen, die unterstützt werden müssen. „Wir haben Rentner, die umgerechnet mit 250 bis 300 Euro im Monat auskommen müssen. Das reicht oft nicht, um die benötigten Medikamente zu bezahlen. In diesem Fällen springen wir ein“, erklärt Przemek Bartczak, der sich diesmal allein mit seiner Ehefrau Malgorzata auf die lange Reise gemacht hat. Zurück geht es dann mit einem prall gefüllten Lastwagen.