hoelp schließt Meldorfer Tafel Ende 2020

Defizitäre Einrichtung ohne Zuschuss der Stadt Meldorf nicht finanzierbar

Meldorf - Die hoelp gGmbH wird die Tafel in Meldorf Ende des kommenden Jahres schließen. Damit reagiert die gemeinnützige Organisation auf einen Beschluss der Stadtvertretung, die mit der Stimmenmehrheit von CDU, FDP und WMF einen Zuschuss von 5.647,21 Euro abgelehnt hatte. „Wir sind sehr enttäuscht von der Politik vor Ort. Immerhin haben wir die Tafel trotz wachsenden Defizits seit fast 15 Jahren gehalten. Das ist zukünftig nicht mehr möglich. Daher haben wir uns um kommunale Partnerschaften bemüht. In Brunsbüttel und Marne ist uns dies gelungen, in Meldorf leider nicht.“, sagte hoelp-Geschäftsführer Gerhard Wiekhorst.
Um die Finanzierungslücken der Tafel vor Ort zumindest teilweise ausgleichen zu können, hatte die hoelp Zuschussanträge an das Amt Mitteldithmarschen und die Stadt Meldorf in Höhe von insgesamt rund 12.500 Euro gestellt. Während das Amt den Zuschuss bewilligte, entschied sich die Stadtvertretung mehrheitlich dagegen. Zu finanzieren wären dabei laufende Kosten wie Miete, Heizung, Versicherungen und Strom für die Kühlung. Die Finanzierung der notwendigen Investitionen hätte die hoelp weiterhin aus anderen Töpfen zusammengestellt. Ein geplantes neues Kühlfahrzeug für 40.000 Euro wird nun nicht mehr angeschafft, die bislang eingeworbenen Spenden in Höhe von 10.000 werden zurückerstattet beziehungsweise nicht in Anspruch genommen.

„Als hoelp stehen wir zu unseren Verträgen und werden daher die Tafel trotz des Defizits bis Ende 2020 fortführen, da wir bis dahin dem JobCenter zugesagt haben, Arbeitsgelegenheit anzubieten. Danach sind wir gern bereit, die komplette Ausstattung weitgehend kostenlos an einen dann möglicherweise bürgerlichen Träger zu übergeben“, erläuterte Martin Meers, ebenfalls Geschäftsführer der hoelp gGmbH. Notwendig sei eine Tafel auf jeden Fall. Immerhin wurden allein im November 2019 540 Tafelausgaben getätigt, mit denen 1354 Menschen versorgt werden konnten.

Dabei verfolgt die Meldorfer Tafel drei Zielrichtungen. Zum einen werden Menschen mit geringem Einkommen sehr kostengünstig mit gesunden Lebensmitteln versorgt, darunter vielen Rentnern, zum anderen werden Nahrungsmittel vor der Entsorgung gerettet und weiterverwertet. Darüber hinaus werden in der Einrichtung Langzeitarbeitslose über Arbeitsgelegenheiten an die Berufswelt herangeführt. In diesem Zusammenhang lobte Martin Meers vor allem die „tolle Partnerschaft“ zum JobCenter Dithmarschen. Besonders überrascht und enttäuscht zeiget er sich von der Entscheidung der Stadtvertretung, weil sich Meldorf das Thema „Nachhaltigkeit“ ganz besonders auf die Fahne geschrieben habe. „Die Versorgung der Menschen hier vor Ort, ist nicht nur eine Angelegenheit der großen Politik. Das geht uns alle an. Und hier in der Region müssen wir auch verhindern, das brauchbare Lebensmittel vernichtet werden“, so der Geschäftsführer.

Im Gegensatz zur Stadt Meldorf erhält die hoelp für ihre Tafeln in Brunsbüttel und Marne Unterstützung vom Amt Marne-Nordsee und auch von der Stadt Brunsbüttel.