Sozialkaufhäuser als Müllhalden missbraucht

Keine „Geschenke“, sondern rücksichtslose Entsorgung / Mengen verursachen der hoelp erhebliche Kosten

skh muell 01klHeide/St. Michaelisdonn – Wenn Thomas Brunk montags in sein Sozialkaufhaus kommt, wirft er zu allererst einen Blick auf Parkplätze und Eingangsbereich. Oft ein trauriger Anblick, denn nicht selten ist alles mit ungewünschten Möbeln, durchgelegenen Matratzen und zuweilen auch mit Plastik-Unrat vollgestellt. Obwohl es im Kreis Dithmarschen eine regelmäßige Sperrmüllabfuhr gibt, entledigen sich einige Menschen ihrer sperrigen Ausstattung einfach, indem sie sie nachts oder am Wochenende vor dem Sozialkaufhaus abladen, teilweise sogar über die Absperrung kippen und schleunigst wieder verschwinden. Und da der Krempel dort bis zu 48 Stunden unbewacht herumliegt, wird er von anderen Personen auch schon mal durchwühlt und die Unordnung sogar noch vergrößert. „Wenn es dann noch regnet, haben wir hier am Montagmorgen einen Haufen Müll, den wir überwiegend kostenpflichtig entsorgen müssen“, berichtet der Betriebsleiter.

Ähnliche Erfahrungen hat auch das Sozialkaufhaus in St. Michaelisdonn gemacht. „Damit sind Institutionen betroffen, die eigentlich für die Bedürftigen geschaffen wurden“, erläutert Alexander Rose, der als Regionalleiter der hoelp gGmbH für die Sozialkaufhäuser sowie für drei Tafeln zuständig ist. „Wir müssen mit knappen Ressourcen wirtschaften, um die gespendeten Möbel und andere Waren für wenig Geld an die abzugeben, die mit einem geringen Einkommen auskommen müssen. Die zusätzlichen Kosten für die Müllentsorgung belasten uns daher sehr“, so Alexander Rose weiter. Die hoelp wird jetzt eine Videoüberwachung installieren, um die privaten Flächen zu überwachen. „Wenn wir darüber Täter erkennen oder aber auch Nummernschilder von einem Auto werden wir es sofort zur Anzeige bringen“, erklärte der Regionalleiter.

Wer für das Sozialkaufhaus Heide etwas Gebrauchtes, aber gut Erhaltenes spenden möchte, sollte sich am besten während der Öffnungszeiten unter der Telefonnummer 0481 74 8 59 melden. Gesucht sind zurzeit besonders funktionsfähige Waschmaschinen und Trockner sowie kleinere Möbel. Große Schrankwände sind hingegen wenig gefragt, weil die bedürftigen Familien oft gar nicht über genügend Raum dafür verfügen.

Grundsätzlich werden in den Sozialkaufhäusern drei Ziele verfolgt: Zum einen werden gespendete Gegenstände sehr günstig an bedürftige Familien verkauft, zum anderen sorgen sie für sinnvolle Beschäftigung für Menschen in Arbeitsgelegenheiten (AGH). Darüber hinaus landen brauchbare Dinge nicht einfach auf dem Sperrmüll, sondern werden wieder in den Verwertungskreislauf gebracht. Träger der Sozialkaufhäuser ist die AWO Bildung und Arbeit gemeinnützige GmbH, die ähnliche Einrichtungen auch in anderen Kreisen Schleswig-Holsteins betreiben.